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Plakat der Ausstellung "Neue Väter", Wanderausstellung zur Ausleihe (Hessenstiftung - Familie hat Zukunft)

Wiedereinstieg. Und die Väter…?

„Wenn der Partner nicht mitspielt, wird der Wiedereinstieg schwer.“ Diese Überschrift eines Beitrags auf der Website „Perspektive Wiedereinstieg“ des Bundesfamilienministeriums und der Bundesagentur für Arbeit verweist auf einen inzwischen zwar benannten, aber dennoch weithin vernachlässigten Aspekt: Das familiäre Engagement und die Haltung bzw. Einstellung von Vätern haben einen wesentlichen Einfluss auf den Zeitpunkt und das Gelingen des beruflichen Wiedereinstiegs der Partnerin.

Was kann also dazu beitragen, dass ein Mann den beruflichen Wiedereinstieg seiner Partnerin als Bereicherung des eigenen Lebens und der Partnerschaft und nicht als Einschnitt in die eigene „Komfortzone“ erlebt, dem er notgedrungen zustimmt, wenn sie die übrigen Aufgaben im Haushalt und in der Familie weiterhin so erledigt wie bislang?

Da ich als NetWorkingMom eine Einladung zum Fachgespräch „Wertvolle Väter“ in Berlin bekommen habe, ist es höchste Zeit, dass ich über die Studie „Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin“ berichte. Übrigens nur eine von vielen interessanten Veröffentlichungen der „hessenstiftung – familie hat zukunft“.

Die bisherigen Studien zum Thema geben dazu kaum Antworten, zeigen aber den Handlungsbedarf an dieser Stelle auf. So beschreibt die 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von Sinus Sociovision vorgelegte Studie „Beruflicher Wiedereinstieg nach der Familiengründung“ den beruflichen Einstieg der Mutter nach der Elternzeit als Umbruchphase für das gesamte System Familie, hebt dann aber den „Hindernislauf der Frau“ hervor.

Die Hürden seitens des Partners werden zwar kurz benannt: „beruflich stark eingespannt“ und „wenig oder kein Verständnis für die Wiedereinstiegsbemühungen“, die Erklärungen bleiben aber im Allgemeinen aus und heben auf die befürchteten beruflichen Nachteile bei eigener Arbeitszeitreduzierung und ein Unverständnis für die Aufgaben in Familie und Haushalt ab. Bereits 2009 äußern immerhin 56 % der ebenfalls von Sinus befragten Männer ihre Bereitschaft, im Fall des beruflichen Wiedereinstiegs der Partnerin ihre Arbeitszeit reduzieren zu wollen.

Für die 37 Seiten starke Studie „Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin“ wurden leitfadengestützte Befragungen von Vätern mit verschiedenen Elternzeiterfahrungen durchgeführt.

Die Studie „Väter und Wiedereinstieg der Partnerin“ zielt im Einzelnen darauf ab,

  • die Auswirkungen der unterschiedlichen Elternzeiterfahrungen von Vätern zu benennen,
  • die Konsequenzen dieser Erfahrungen auf Einstellungen zu Haushalts- und Familien- arbeiten zu analysieren,
  • förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen für ein stärkeres Engagement vonVätern in Haushalt und Familie zu identifizieren,
  • Ansatzpunkte herauszuarbeiten, die väterliches Engagement und eine partnerschaftliche Aufgabenteilung ermöglichen bzw. erleichtern,
  • Vorschläge für politische Maßnahmen zu entwickeln, die aus der ideellen auch eine tatsächliche Unterstützung des Wiedereinstiegs durch den Partner ermöglichen,
  • Handlungsempfehlungen zu benennen, die es Männern und Unternehmen ermöglichen, aktive Vaterschaft zu leben bzw. diese zu erleichtern und dadurch auch die rechtzeitige und gelingende Berufsrückkehr der Partnerinnen zu unterstützen,
  • konkrete Checklisten zu formulieren, die (angehende) Väter und Mütter dabei unterstützen, die familiäre Aufgabenteilung rechtzeitig und partnerschaftlich zu thematisieren und umzusetzen.

 

Plakat der Ausstellung "Neue Väter", Wanderausstellung zur Ausleihe (Hessenstiftung - Familie hat Zukunft)
Plakat der Ausstellung "Neue Väter", Wanderausstellung zur Ausleihe (Hessenstiftung - Familie hat Zukunft)

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

1 Comment

  1. Natürlich muss auch der Vater in seiner Rolle als „Hausmann“ sich engagieren und einbringen. Das ist oft nicht leicht und den einen oder anderen wird diese Belastung stressen.
    Ich bin bei uns der Verdiener (meine Frau liebt Ihren Haushalt) und versuche mich so oft wie möglich in die Hausarbeit einzubringen, aber oftmals bin ich überfordert oder mache eben Dinge so wie ich sie für richtig halte, ecke damit aber an und meine Frau ist genervt.
    Es muss schon eine klare Absprache und Aufgabenliste geben, damit der Vater sich entsprechend orientieren kann, sonst klappt der Wiedereinstieg der Mutter nicht.
    Respekt vor denen die das schaffen und das/die Kind(er) nicht zu kurz kommen.

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