Schöner scheitern...

Es ist an der Zeit, wieder schöner zu scheitern…

Heute schon so richtig schön gescheitert? Na, aber wenigsten einen Fehler gemacht? Wenigstens in ein winziges kleines Fettnäpfchen getreten?
Wenn ja, sind wir uns schon sehr sympathisch.

Wie können wir in Würde, mit Verständnis und Klugheit – und vielleicht mit einer Prise Humor – mit Scheitern umgehen?

Unsere Gesellschaft weiß so viel darüber was nötig ist, um erfolgreich zu sein. Aber einer wesentlich wahrscheinlicheren und dringenderen Frage widmet sie fahrlässigerweise kaum Aufmerksamkeit: Wie können wir in Würde, mit Verständnis und Klugheit – und vielleicht mit einer Prise Humor – mit Scheitern umgehen?

Scheitern heißt in seiner ursprünglichen Bedeutung so viel wie „in Stücke brechen“ bzw. „in Trümmer zerbrechen“, was aus meiner Sicht wirklich interessant ist, denn es ist somit nichts verloren. Aus vielen gescheiterten Stücken kann man schließlich wieder etwas Neues zusammensetzen.

Ein „Scheiterhaufen“ in ganz neuer Bedeutung…

Das ist mir besonders bei einem Workshop zur klassischen Heldenreise im Storytelling bewusst geworden. Riesige Kisten voller LEGO-Steine spielten eine besondere Rolle dabei. (Nachzulesen hier.)

Eine Fortbildung in der Kunst des Scheiterns

Als ich mir mein Ticket für die Blogfamilia 2019 in Berlin gesichert hatte, wurde mir auf Eventbrite „Die Kunst des Scheiterns“ vorgeschlagen. Die Class, veranstaltet von The School of Life Berlin, klang interessant genug, mich anzumelden.

Die Veranstaltung betrachtet das Thema Scheitern aus Sicht von Philosophie, Psychologie, Kunst und Religion und berücksichtigt auch unsere Gefühle und deren jeweiligen Hintergrund:

  • den Hang zum Perfektionismus in der modernen Welt, wo er herkommt und wie man am besten damit umgeht
  • was im Kern die Versagensangst ausmacht, insbesondere im Bezug auf einen Verlust von Status und Würde
  • was es heißt, „gut“ zu scheitern.
  • die wahren Erfolgsstatistiken; und wie gut wir darin sind, sie zu ignorieren
  • die Idee der alten Griechen von noblem Scheitern und die Vorstellung des Zen-Buddhismus von guter Unvollkommenheit.
  • und den Einfluss der Medien darauf, wie wir Erfolg und Misserfolg einordnen.

Kann man lernen, schöner zu scheitern?

In der Beschreibung heißt es, es wird die Kompetenz vermittelt, „…mit dem Scheitern auf unsere eigene Weise umzugehen – was schon in sich ein Erfolg ist. Das Ergebnis ist ein erwachsenes Verständnis davon, was wir da zu bewältigen haben, und ein tröstlicher Eindruck davon, wie weit verbreitet Zurückweisung, Unvollkommenheit und ein gewisses Maß an Melancholie sind.“

Schöner Scheitern ist offenbar eine ganz eigene Kunst. Vielleicht eine der notwendigsten, die wir erlernen können?


Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

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