Kinder, Karriere und eine Schwäche für Latte Macchiato.

Teilzeit ist der Karriere-Tod

Unternehmen in Deutschland tun zu wenig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wirklich gute Angebote für berufstätige Eltern sind längst nicht selbstverständlich. Lediglich acht Prozent der Frauen sind der Meinung, dass ihr Betrieb alle dafür wesentlichen Leistungen bereithält. Nur 13 Prozent der Männer mit Kindern fühlen sich von ihren Unternehmen aktiv dabei unterstützt, ausreichend Zeit für ihre Familien zu finden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney unter knapp 1.800 Personen aus mehr als 400 Unternehmen.

Defizite gibt es laut Studie nicht nur bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit und beim Angebot familienfreundlicher Maßnahmen wie Auszeiten und Weiterbildung in der Elternzeit. Welche Frau kann wirklich davon berichten, dass ihr vor Antritt der Elternzeit von Unternehmensseite Angebote gemacht wurden, wie sie (falls gewünscht) die Elternzeit für eine Weiterbildung nutzen kann? Bessere Chancen haben oft nur die, die sich rechtzeitig selbst über Möglichkeiten informieren und mit ganz konkreten Vorstellungen ins Gespräch mit ihren Vorgesetzten gehen. Teils herbe Kritik richtet sich auch gegen eine ausgeprägte Präsenzkultur. Es scheint, als hielten viele Vorgesetzte immer noch an der Maßgabe fest, dass nur der fleißig ist, der im Büro anwesend ist. Dabei erlauben moderne Kommunikationsmittel längst mobiles Arbeiten von (fast) jedem Ort aus.

Generell befürchtet fast jede dritte Frau in Deutschland, dass die Entscheidung für Familie gleichbedeutend ist mit einem Votum gegen die Karriere. Teilzeit ist für viele der Karriere-Tod: 42 Prozent der Frauen stimmen der Aussage zu, dass bei familienbedingter Teilzeitbeschäftigung der „Zug ohne sie weiter fährt“. Auch die Angst vor finanziellen Einbußen ist stark ausgeprägt: 23 Prozent der Beschäftigten (oder 35 Prozent der Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren mit Kinderwunsch) befürchten zum Teil deutliche Einkommenseinbußen.

Umgekehrt können Unternehmen erheblich von einer familienfreundlichen Firmenkultur profitieren. Fast drei von vier Mitarbeitern mit Kindern (71 Prozent), die schon einmal ein betriebliches Familienprogramm in Anspruch genommen haben, wollen in absehbarer Zeit nicht den Arbeitgeber wechseln.

Der oben verlinkte Beitrag ist Teil der lesenswerten Debatte Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Welche Rolle spielen die Unternehmen? auf A.T. Kearney 361°.

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

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