Mutterschaftsstrafe und Stutenbissigkeit. Schnell her mit der Mütterquote?

13. Januar 2013 | Von | Kategorie: Beruf und Familie, Lesetipps

Die Mutterschaftsstrafe ist ein Wort, von dem ich vor dem Artikel „Her mit den Müttern!“ auf Zeit Online noch nie etwas gehört habe und das ich, wenn es gefallen wäre, wahrscheinlich mit unterbrechungsreichen Nächten, Babykotze auf der neuen Bluse oder peinlichen Kinderkommentaren in der vollen U-Bahn in Verbindung gebracht hätte. Frei nach dem Motto: „Das ist also die Strafe, liebe Mutter, dass du dachtest, ein Kind sei die Krönung deiner Lebensplanung, das Sahnehäubchen deiner persönlichen Selbstverwirklichung und würde keine Arbeit mit sich bringen!“ Aber das, was amerikanische Forscher mit motherhood penalty, also Mutterschaftsstrafe meinen, sind die statistischen Einkommensverluste von Müttern, die mit jedem Kind verbunden sind. Deutsche Forscher haben ermittelt, dass Mütter mit jedem Kind 16 bis 18 Prozent Gehalt einbüßen.

Doch zurück zum Artikel und der Kernaussage, dass die Frauenquote vor allem kinderlosen Frauen, nicht aber Müttern hilft. Noch ein Punkt mehr auf der Liste der Mütterstrafen. In diesem Zusammenhang fällt natürlich auch die Mütterquote. Warum ich diesen Artikel zu den „Lesetipps“ gepackt habe, sind vor allem die Kommentare zum Artikel.

Was mir persönlich zu denken gegeben hat, ist die Passage im Artikel darüber, dass die wachsende Zahl kinderloser Frauen Mütter nicht unterstützt, sondern mit ihnen konkurriert. Die Autorin stellt die Frage: „Warum sollten jene, die für ihr berufliches Fortkommen auf Kinder verzichtet haben, Frauen mit Kindern zur Karriere verhelfen? So viel Selbstlosigkeit ist wohl kaum zu erwarten.“ Sind wir also auch im Berufsleben mitten drin in feinster Stutenbissigkeit? Nun gut, zunächst waren sich die Frauen einig, für eine bessere Position der Frauen in der Gesellschaft zu kämpfen. Sie lebten nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark.“ Und nun? Ja, inzwischen sind mehr Frauen beruflich vorangekommen. Wird also die Anzahl attraktiver Positionen geringer, so dass aus Frauen harte Einzelkämpferinnen geworden sind?

Ich möchte nicht so recht daran glauben und suche nun nach guten Beispielen. Oder gibt es doch mehr Anzeichen dafür, dass eine Frauenquote vor allem kinderlosen Frauen nützt?

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Sophie Lüttich

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

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4 Kommentare auf "Mutterschaftsstrafe und Stutenbissigkeit. Schnell her mit der Mütterquote?"

  1. nira4k sagt:

    Hallo Sophie,

    weißt du, wo die Zahlen zu den Gehaltseinbußen von Müttern aus dem Artikel herkommen? Ich meine „deutsche Forscher haben ermittelt“ ist jetzt nicht gerade valide. Würde gern mal die Studie dazu sehen.

    Liebe Grüße

  2. Sophie sagt:

    Genau das würde mich auch mal interessieren. Ich hatte auf die Schnelle nichts finden können, aber ich bleibe dran…

  3. felberliese sagt:

    z.B. Frau Dr. Christina Boll vom Hamburger WWI
    http://www.hwwi.org/ueber-uns/team/forscher/30/short-description.html

    Hat eine prämierte Diss zu diesem Thema geschrieben.
    (-:

  4. Frau BM sagt:

    Beim Lesen dachte ich, wenn die Quote nur hoch genug ist, dann rutschen irgendwie auch ein paar Mütter mit rein – denn gibt es überhaupt so viele Kinderlose?
    In der Wikipedia finden sich Zahlen aus dem Mikrozensus 2008: de.wikipedia.org/wiki/Kinderlosigkeit: „Insgesamt waren 2008 unter den 40- bis 44-jährigen Frauen 21 % kinderlos, der Anteil bei den 50- bis 54-Jährigen lag bei 16 %. Unter den 60 bis 64 Jahre alten Frauen hatten 12 % keine Kinder geboren.“
    Bei einer 40% Quote sollte also die kritische Masse an Müttern auch steigen. Oder? „Unter den westdeutschen Akademikerinnen zwischen 40 und 75 Jahren haben 28 % keine Kinder, bei den Ostdeutschen mit akademischen Grad nur 11 %.“
    Na gut, dann sind unter Umständen nur noch 12 % Mütter übrig, da wirds dann schon dünn, besonders auch in den höheren Etagen.
    Dass die kinderlosen Frauen die mit Kindern bewusst nicht fördern mag ich nicht glauben – deshalb erkläre ich mir den Abschnitt als eine absichtlich provokant formulierte These. ;-)

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