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Bundesministerin Schröder: "Frauen nutzen persönliche Kontakte im Beruf zu wenig" (Bild: dapd)

Frauen nutzen persönliche Kontakte im Beruf zu wenig

„Frauen nutzen persönliche Kontakte im Beruf zu wenig“, kritisiert Bundesfamilienministerin Schröder in einer heute gemeinsam mit XING veröffentlichten Pressemitteilung. Das Potential von Internetnetzwerken ließen sie nahezu ungenutzt. Viel zu wenig Frauen seien Mitglied in einem beruflichen Internetnetzwerk.
„Schätzungsweise 50 Prozent aller Stellen werden heute über Kontakte und Referenzen vergeben“, erklärt Schröder. „Aber insbesondere Frauen nutzen Kontakte immer noch zu selten für ihr berufliches Fortkommen. Dabei sind funktionierende Netzwerke gerade beim Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienpause wichtig. Sie bieten Unterstützung und machen neue Möglichkeiten und Chancen sichtbar.“

Bundesministerin Schröder: "Frauen nutzen persönliche Kontakte im Beruf zu wenig" (Bild: dapd)

Aber wie ist das denn nun mit den Frauen, zumindest in Online-Netwerken? Zwar kommt die ARD-ZDF-Onlinestudie für das Jahr 2011 noch zu dem Ergebnis, dass die bekannten geschlechtsspezifischen Unterschiede bislang erhalten sind. Frauen verbringen danach weniger Zeit im Netz, Männer sind aktiver. Allerdings versteht die Studie unter “aktiver” eher die Mediennutzung als die Produktion von eigenen Inhalten.
„Männer surfen häufiger, zeigen eine höhere Affinität zu Audio- und Videoanwendungen und nutzen ganz generell mehr und zeitaufwendigere Anwendungen als Frauen”, heißt es in der Studie.

In vielen Online-Netzwerken ist die Anzahl der angemeldeten Frauen und Männer jedoch ziemlich ausgewogen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz BITKOM, kommt in einer Studie sogar zu dem Ergebnis, dass hierzulande 78 Prozent der befragten Frauen aber nur 70 Prozent der Männer in sozialen Netzwerken angemeldet sind. Bei der aktiven Nutzung ist der Vorsprung der Frauen noch etwas größer: Weibliche User sind zu 71 Prozent aktiv, männliche nur zu 61 Prozent. Der Studie zufolge waren Frauen Ende 2011 in allen Netzwerken bis auf Google+, Twitter und MySpace in der Überzahl. Frauen pflegen gerne Kontakte und tauschen sich aus – mit Vorliebe auch online über Facebook & Co. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Auf Karriereforen sind Frauen in der Minderheit. Für Männer sei das Netzwerken ganz selbstverständlich. Hingegen hielten sich selbst jüngere Frauen da oft zurück, weil sie ihre Karriere allein aufgrund ihrer persönlichen Leistung und nicht aufgrund von Beziehungen gestalten wollten, heißt in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Das will das Karrierenetzwerk Xing jetzt ändern. Oder wie das Handelsblatt die Pressemitteilung interpretiert: Bundesfamilienministerin Schröder soll dem Netzwerk Xing helfen, mehr Frauen anzulocken.
„Mittelfristig wollen wir den Anteil der Frauen auf unserer Plattform von heute 36 auf 50 Prozent steigern“, sagte XING-Chef Stefan Groß-Selbeck. Um das Ziel zu erreichen, will Xing künftig mit dem Bundesfamilienministerium zusammenarbeiten. Das Ziel: Frauen soll der Wiedereinstieg in den Beruf nach einer familiären Pause erleichtert werden. Dazu will XING mit der Unterstützung des Ministeriums unter anderem Seminare zur besseren Präsentation der eigenen Person und Leistungen im Internet anbieten. Die Trainings beginnen im April in München und finden anschließend auch in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt statt. Auf den Seminaren lernen Frauen, wie sie mit XING ihre Visitenkarte im Internet einrichten, Kontakte knüpfen und Netzwerkeffekte für ihren beruflichen Wiedereinstieg nutzen können. Zudem können sie sich über eine eigens eingerichtete Gruppe auf XING austauschen, die auch über das Internetportal des Aktionsprogramms www.perspektive-wiedereinstieg.de zu erreichen sein soll. Doch da wurden die Fäden des Netzwerks wohl etwas zu langsam gesponnen, denn unter den Gruppen, die man bei XING zum Stichwort „Wiedereinstieg“ findet, ist die der Kooperation noch nicht zu finden. Auch auf dem Internetportal des Aktionsprogramms vermisst man einfachste Tools, wie Social Media Buttons oder eben einen Link zu XING, die zumindest das virtuelle Netzwerken unterstützen könnten.

 

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

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