Kinder, Karriere und eine Schwäche für Latte Macchiato.

Schublade auf, berufstätige Mütter rein?

Familie und Beruf zu vereinbaren schaffen viele Eltern in Deutschland, zahlen aber häufig einen hohen Preis dafür. Die Mehrheit leidet regelmäßig unter Gesundheitsbeschwerden und so mancher verzichtet auf den nächsten Karriereschritt. Doch es gibt auch Menschen, denen es gelingt, Familie und Job in Balance zu halten. Kind oder Karriere? Arbeit oder Freizeit?  Das ist vor allem eine Frage des Typs, sagt die Studie „Leben & Arbeiten in Deutschland“ des GfK Vereins und der Financial Times Deutschland. Leider ist die Studie selbst nirgendwo zu bekommen, nur Presseartikel, die darauf verweisen. Meine Anfrage an den GfK-Verein läuft noch, denn zu gerne hätte ich einen Blick in die Studie geworfen.

Scheinbar lassen sich die Berufstätigen in Deutschland Anhand ihrer Einstellungen zu Arbeit, Familie und Freizeit in vier Rollenklischees etwa gleich große Gruppen einteilen:

 

Die Berufsorientierten (23 Prozent)

  • sind größtenteils Männer, die viel arbeiten und gut verdienen
  • haben durchschnittlich oft Kinder
  • gewichten Beruf und Karriere höher als alle anderen Lebensbereiche

Die Familienorientierten (23 Prozent)

  • sind vor allem Frauen, die Teilzeit arbeiten, einen niedrigen Schulabschluss und ein geringes Einkommen haben
  • haben die meisten Kinder
  • stellen Partnerschaft und Kinder über Arbeit, Karriere und Freizeit

Die Vereinbarer (30 Prozent)

  • sind die jüngste Gruppe
  • Männer und Frauen sind gleich vertreten haben durchschnittlich oft Kinder
  • glauben, dass Kinder und Karriere zu vereinbaren sind

Die Unabhängigen (24 Prozent)

  • sind oft Männer, Singles und Selbstständige
  • verdienen gut und haben selten Kinder
  • konzentrieren sich auf den Job, achten aber sehr darauf, dass Freizeit und Freunde nicht zu kurz kommen

 

Schön ist zu lesen, dass unter den „Vereinbarern“ Männer und Frauen mit Kindern gleich vertreten sind, doch macht diese Gruppe nur knapp ein Drittel der Befragten aus. Und der Umkehrschluss? Heißt es angesichts dieser kleinen Gruppe, dass es mit der viel zitierten Vereinbarkeit von Familie und Beruf doch nicht so weit her ist?  Und wird es für „Familienorientierte“ weiterhin bedeuten, dass sie allenfalls Teilzeitarbeit mit entsprechend geringem Einkommen in Kauf nehmen müssen?

Mich würde interessieren, wer sich in einer dieser Gruppen wiederkennt und wie ihr die Einteilung an sich findet. Und wer die Studie hat oder einen Verweis, der kann ihn mir gern zukommen lassen.

 

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

3 Comments

  1. Ich war eindeutig die Berufsorientierte, bis ich leider 2011 meinen Job verlor und seitdem als Freiberuflerin kürzer treten muss – das stellt sich aber als gar nicht so fürchterlich heraus, so dass ich nun gerne die Vereinbarerin bin. Das betrachte ich als vorübergehende Phase, denn ich war schon immer recht ehrgeizig. :)

  2. Oh, das ist ja wirklich sehr interessant! An der Studie hätte ich auch sehr großes Interesse.
    Ich gehöre ganz klar zur Gruppe der Vereinbarer. :-)

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