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Bundesfamilienministerin stellt "Monitor Familienleben 2011" vor (© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Der Monitor Familienleben 2011

In großen Lettern prangt „Monitor Familienleben 2011“ auf der Präsentation, die jüngst durch das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich aber zunächst um „Ausgewählte Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD)“, wie der Untertitel informiert.

Diese wichtigen ausgewählten Ergebnisse sind unter anderem:

  • Die Stärkung von Familien mit Kindern und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie halten viele Bürger für eine wichtige politische Aufgabe.
  • Sie wünschen sich, dass die Familie in der Gesellschaft an Bedeutung zunimmt.
  • Die Familienpolitik soll Personen unterstützen, die pflegebedürftige Angehörige zuhause betreuen und soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.
  • Besonders Eltern mit Kindern stellen fest, dass der Staat junge Familien mit Kindern nicht genügend finanziell unterstützt.
  • Das Elterngeld an sich wird für eine gute Regelung gehalten – von Eltern, die Elterngeld erhalten haben.
  • Familie und Beruf lassen sich in Deutschland nicht gut miteinander vereinbaren, finden rund 2/3 der Befragten.
  • Die, die Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren können, verdanken das vor allem der Hilfe ihrer Familie.
  • Wenn im Krankheitsfall Betreuungspersonen für Kinder gesucht werden, dann haben es vor allem die leicht, die auf Großeltern in der Nähe zurückgreifen können.
  • In der Arbeitswelt wird zu wenig auf die Bedürfnisse von Familien Rücksicht genommen.
  • Die Befragten finden, nur 5% der Unternehmen tun genug dafür, um ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.
  • Vätern würde es bei der Vereinbarkeit am meisten helfen, wenn sie beruflich nicht so stark eingespannt wären. Mütter dagegen erhoffen sich mehr Erleichterung durch staatliche Unterstützung und bessere Betreuungszeiten in Kitas und Schulen.
  • Zwei Drittel der Befragten haben das Gefühl, dass sich Väter heute mehr an der Familienarbeit beteiligen.
  • Eltern finden, dass es ihre Kinder am besten fördert, wenn diese Hobbys nachgehen können, die ihnen Spaß machen oder Sport treiben.
  • Kinder von Kinderzuschlagsbeziehern nutzen Freizeitangebote wie Sportverein oder Musikunterricht viel seltener Kinder allgemein.
  • Der Staat sollte Kinder und Jugendliche durch verbilligte oder kostenlose Freizeitangebote fördern.
  • Das Bildungs- und Teilhabepaket halten vor allem nutzungsberechtigte Eltern für sinnvoll und geben an, dass es die Chancen ihrer Kinder sehr verbessert.
  • Vor allem kinderlose Erwachsene wünschen sich bestimmt oder vielleicht Kinder. Eltern eher nicht.
  • Ungefähr die Hälfte der Befragten findet, der Staat sollte die künstliche Befruchtung kinderloser Paare finanziell unterstützen.
Bei manchen Folien möchte ich die Sinnhaftigkeit der Fragen bzw. die Aufbereitung der Ergebnisse stark in Frage stellen.

Wenn man sich den Monitor Familienleben 2010 anschaut, kann man zumindest hoffen, dass der ausführliche Bericht zur diesjährigen durchgeführten Studie weitaus differenzierter ist als die Ergebnispräsentation des Monitor Familienleben 2011. Zumindest versprach der Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den ausführlichen Bericht noch im Laufe des Oktobers zu veröffentlichen.

Um das, was mir nach dem ersten Durchblättern vom Monitor Familienleben auffiel, treffend zu formulieren bediene ich mich einfach der Worte, die das Nuf in ihrem Blog „Das Nuf Advanced“ so vorzüglich gewählt hat:

Wenn ich mir die Studien so anschaue, kann ich kühn weitere Dinge feststellen:

2008 startet der Monitor Familienleben mit einer ausführlichen 28 seitigen, schick gelayouteten Broschüre, steigert sich über 32 Seiten auf 69 Seiten Erläuterungen Schriftgröße 12 bis schließlich 2011 läppische 22 Seiten Powerpointfolien Schriftgröße 22 übrigbleiben.

Weniger Geld für Forschung, weniger Transparenz für die Bürger und Eindampfen wichtiger familienpolitischer Fragestellungen auf eine oberflächliche, polierte Ergebnispräsentation, die aus meiner Sicht keinerlei Wert im Vergleich zu den Vorjahren hat.

Wer selbst die Vorgängerversionen mit der aktuellen Ergebnispräsentation vergleichen will, schaut sich hier den Monitor Familienleben 2008, hier den Monitor Familienleben 2009 und hier den Monitor Familienleben 2010 an.

 

Bundesfamilienministerin stellt "Monitor Familienleben 2011" vor (© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Auf dem Weg zur Pressekonferenz: Bundesfamilienministerin stellt "Monitor Familienleben 2011" vor (© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

 

 


Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

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