Mein Blog über Kinder und Karriere 2.0

5 Fragen an... Lisa Werner von www.kinder-tipps.com

5 Fragen an… Lisa Werner von Kinder-Tipps.com

 

1. Du bist Bloggerin, Mutter, arbeitest in der Firma deines Mannes und planst demnächst noch eine zweite Ausbildung bzw. Umschulung. Das ist sicher eine Herausforderung. Hast du schon konkrete Pläne, wie trotzdem bei dir „Work“ und „Life“ in Balance bleiben?

Puh, das ist eine gute Frage. Ehrlich gesagt ist der Gedanke meine Kinder in den nächsten Jahren weit weniger zu sehen als im Augenblick tatsächlich noch sehr befremdlich. Um nach wie vor, auch trotz Ausbildung, meine Kinder möglichst viel zu sehen, möchte ich versuchen, einen Arbeitgeber zu finden, der eine Teilzeit-Ausbildung unterstützt. Das bedeutet ich kann den Teil der Ausbildung, der in der Firma statt findet auf halbtags begrenzen. Das bedeutet natürlich aber auch viel Eigenengagement zum Üben zu Hause. Aber die Zeit dafür kann ich mir dann selbst einteilen. Durch die Unterstützung des Arbeitsamtes bei einer solchen Umschulung ist es glücklicherweise nicht mehr notwendig auch noch zusätzlich zu arbeiten. Hier wird einem wirklich stark unter die Arme gegriffen: Fahrtkosten, sowie die Kosten für eine Unterbringung der Kinder werden hier voll übernommen.  So bleibt – so hoffe ich – nach wie vor zwar weniger, aber genug Zeit für die Familie und den ganz normalen Alltags-Wahnsinn.

 

2. Wenn es um familienfreundliche Arbeitsmodelle geht, wird schnell die Teilzeitstelle als Universallösung aus dem Ärmel gezogen und nicht viel mehr. Welche Modelle funktionieren aus deiner Sicht am besten, wenn man bedenkt, dass es ja nicht nur angestellte, sondern auch selbständige und freiberufliche Mütter gibt?

Wie du schon sagst, klingt das Modell Selbstständigkeit und freiberuflicher Anstellung bei Müttern am verlockendsten. Diese beiden Modelle sind oft leichter mit der Familie zu vereinbaren als das der üblichen Teilzeitangstellten. Gerade wenn man bedenkt, wie häufig Mütter aufgrund Krankheit der Kinder, Kindergarten- und Schulferien oder zusätzlicher Termine mehr Flexibilität bräuchten, wirkt die Selbstständigkeit schon fast wie Luxus. Auf der anderen Seite bedeutet die Selbstständigkeit auch immer finanzielle Unsicherheit. Das beste Modell: Der flexible Arbeitgeber. Immer mehr Arbeitgeber geben den Frauen bezüglich der Arbeitszeiten große Freiheiten. Gilt es keine Öffnungszeiten zu besetzen ist es doch im Grunde auch völlig egal, wann eine Mutter ihre Aktenberge im Büro abarbeitet. Dieses soziale Engagement vieler Arbeitgeber finde ich vorbildlich und meines Erachtens hoffentlich wegweisend für die Zukunft.

 

3. Viele frisch gebackene Mütter geraten bei dem Versuch, dem Bild der „guten Mutter“ gerecht zu werden in eine Grübelfalle und werden vom schlechten Gewissen geplagt. Wie kommt man da wieder raus? 

Das ist eine gute Frage, auf die ich selbst auch oft nicht unbedingt eine Lösung finde. Ehrlich gesagt glaube ich, ist es heute gar nicht mehr möglich einfach völlig unbedarft Mutter zu sein. Ohne es zu wollen, stellt man sich ständig in den Vergleich mit anderen Müttern. Grundsätzlich ist es doch auch ein gutes Zeichen, wenn man einfach perfekt sein möchte. Aber dem eigenen seelischen Wohlbefinden zu Liebe muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass verschiedene Lebensmodelle und verschiedene Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen nun mal eben auch völlig verschiedene Mütter zu Tage bringen, die alle ihren Job wirklich gut meistern. Freunde helfen da immer besonders. Bei mir ist es vor allem der Rückhalt durch andere Mütter, der mir immer wieder Kraft gibt und spätestens wenn die Kinder sich richtig ausdrücken können, reicht ein einfaches „du bist toll, Mama!“ für mindestens eine Woche um sich wieder seelisch ausgeglichen zu fühlen. :)

4. „Kind und Karriere“ ist ja ein beliebtes Schlagwort. Kann man als Frau Karriere trotz Kindern machen, gerade wegen der Kinder oder sind die Kinder am Ende gar nicht der entscheidende Faktor?

Das kommt sicherlich darauf an, wie man „Karriere“ für sich definiert. Ich verdiene mein Geld heute mitunter als Bloggerin. Nie würde ich eben das tun, wenn ich meine Kinder nicht hätte. In meinem Fall sind sie also der Grundstock für eine bestimmte Form von Karriere. Das berufliche Vorankommen, das wohl die Mehrheit als Karriereleiter beschreibt ist natürlich oftmals mit Kindern erschwert, doch letzten Endes nicht unmöglich. Mit dem richtigen Partner, einer passenden Familienstruktur und guter Organisation stehen einem Kinder sicherlich nicht im Weg. Möchte man allerdings einem Beruf nachgehen, der äußerst viel zeitliches Engagement und Einsatz erfordert ist das Mutter-Dasein wohl nicht die beste Wahl. Dann bedeutet es wohl wirklich: Kind oder Karriere. Doch ist es bei Vätern, die bei beruflichen Erfolgen oftmals auch auf das „normale“ Familienleben verzichten müssen, nicht irgendwie genauso?

 

5. Da wird gerade bei Karriere sind: Was Kinder sind, ist allen klar, doch beim Stichwort Karriere scheiden sich die Geister. Wie definierst du ganz persönlich „Karriere“?

Für mich ist Karriere nicht sonderlich bedeutend. Ich bin tatsächlich eine dieser Frauen, die als „Mutter-Tier“ geboren wurden. Ich genieße es neben dem Mutter-Dasein auch zu arbeiten, doch der klassische Weg einer Karriereleiter mit viel Verantwortung macht mir eher Angst. Der kleine sichere Kreis in dem ich Dinge tun kann, in denen ich mich sicher und qualifiziert fühle, liegt mir mehr als berufliche Herausforderungen. Karriere ist für mich, wie für die meisten, der berufliche, große Erfolg, den man mit viel Einsatz und Mühen verdient erreichen kann. In der Frage: „Kind oder Karriere“ unter dieser Definition heißt es bei mir dann tatsächlich „Kind“. Vielleicht erschaffe ich mir hier eine eigene kleine Karriere. Von der Säuglings-Mutter zur Mama wohlerzogener, gutherziger Erwachsener → auch eine Form von „beruflichem“ Erfolg, oder?

 

Zu guter Letzt: Wo kann man dich im Netz überall finden, wenn man mehr von dir lesen möchte und gibt es etwas, das du unbedingt noch loswerden möchtest?

Man liest von mir auf meinem Portal www.baby-tipps.com und seit die Kleinen gar nicht mehr so wirklich klein sind auch auf www.kinder-tipps.com. Ich bin hier fleißig am Sammeln aller Informationen, die uns Mütter vom Kinderwunsch bis zur Schule beschäftigen. Eigentlich ein sehr eigennütziges Projekt, sind es doch zumeist Fragen, die ich selbst schon fleißig gegoogelt habe. Eine Art „Eltern helfen Eltern“ :)

 

5 Fragen an... Lisa Werner von www.kinder-tipps.com

 

 Liebe Lisa, vielen Dank für deine Antworten und viel Erfolg mit Familie, Beruf und demnächst Teilzeit-Ausbildung.

Inhaberin von NetWorkingMom.de. Als bekennende Latte-Macchiato-Mama trägt sie nicht nur interessante Netzfundstücke zusammen, sondern plaudert in der Kaffeeküche recht scharfzüngig über die Merkwürdigkeiten, die einem als berufstätige Mutter so begegnen. Mehr Lifestyle und Kinderkram gibt's im Zweitblog www.BerlinFreckles.de

1 Comment

  1. Find es immer wieder klasse, wenn Frauen sich mehrere Standbeine aufbauen und nicht nur Mama sein wollen! Bin auch grad Mama im Hauptberuf, studiere nebenbei bei einer Fernuni und arbeite noch dazu in einer Selbständigkeit!
    Mütter, die denken dass sie nach einer Geburt nix als Wäsche waschen und Essen kochen brauchen, find ich einfach frustrierend… Das ist doch einfach kein Leben!

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